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Pflegetipps

Pflegetipps im Januar 2021

Freiluft- Theater im Wintergewand: Jetzt lassen sich Muße-Stunden für die Planung des Gartenjahres nutzen!

 

  • Planen Sie Winteraspekte:

Halten Sie den Garten mal in einem Bild fest. Welche Beeren hängen noch am Strauch, was zieht Ihren Blick an, welcher Strauch wirkt durch auffällige Rinde? Nutzen Sie jetzt die Zeit für Veränderungen, neue Sichtachsen, neue Lichtpunkte, neue Möblierung und neue oder ergänzende Pflanzenkonzepte.

Selbst einmal ein angelegter Garten verliert seine Reize, weil er einfach in die Jahre gekommen ist. Fehlt Ihnen die richtigen Idee? Sie erfahren von mir, was in Ihrem Garten alles möglich ist!

 

  • Rasenflächen:

Der Rasen hat nun Winterruhe. Es gibt dennoch ein paar Regeln zu beachten:

- den Rasen bei Frost nicht betreten

- Blätter und herabfallende Äste entfernen

 

  • Bäume und Sträucher:

Im Winter sind stark besonnte Standorte für Hortensien gefährlich. Ihre Knospen können absterben. Deshalb Hortensien am besten leicht zusammenbinden oder zwischen ihre Zweige Fichtenzweige stecken, um so für genügend Schatten zu sorgen. Eine reiche Blüte im Frühjahr wird es Ihnen danken.

Immergrüne Gehölze wie Buchsbaum und Kirschlorbeer verdunsten auch im Winter Wasser. Zur Zeit haben wir genügend Niederschläge und keine Fröste. Das Gießen der Pflanzen wird jedoch nach starkanhaltenden Frösten,  an frostfreien Tagen, erforderlich.

 

  • Nistkästen aufstellen

Jetzt ist ein guter Zeitpunkt, um Nistkästen aufzustellen. Neue Behausungen können noch ausdünsten, Wind und Wetter wirken darauf und lassen es nicht nur natürlicher aussehen, sondern macht es auch wohnlicher für die kommenden Gäste. Haben Sie bereits Nistkästen im Garten, warten Sie mit der Reinigung, oft suchen noch Insekten und andere kleine Lebewesen Schutz.

 

  • Zwiebeln und Knollen kontrollieren

Empfindliche Blumenzwiebeln und -knollen, wie Dahlien und Gladiolen, die im Winter in Innenräumen lagern, sollten alle 3 Wochen kontrolliert werden. So lässt sich vermeiden, dass von Schimmel oder Krankheiten befallene Exemplare die anderen anstecken. Die Lagerung ist am zweckmäßigsten in einem dunklen, kühlen und frostfreie Raum, mit Sägemehl oder trockener Erde bedeckt oder in Zeitungspapier gewickelt.

 

  • den Teich nicht zufrieren lassen

Platzieren Sie rechtzeitig einen Teichfreihalter (z.B. einen Holzscheit) im Wasser, falls nicht bereits aus dem Wasser ragende Pflanzen diese Funktion des Sauerstoffaustausches übernommen haben.

 

  • Sonne, Frost und Trockenheit

Zeigen immergrüne Gehölze, wie Säuleneiben im Frühjahr braunes, verdorrtes Gewebe, war die Ursache meist nicht die Kälte an sich, sondern Frosttrocknis. Sie entsteht besonders an sonnigen Frosttagen, wenn die Gehölze, die weiterhin Wasser verdunsten, aus dem gefrorenen Boden keinen Nachschub beziehen können. In windexponierten Lagen verstärkt sich dieser Effekt. Gefährdete Gehölze jetzt vorbeugend mit Schilfrohrmatten, Reisig oder Schattiergewebe schützen und während der milder Witterungsphasen ausgiebig wässern. Eine dicke Mulchschicht hält die Feuchtigkeit im Boden und verzögert das Eindringen des Frostes.

 

  • Alpine Stauden abdecken

Steingartenpflanzen sind von ihren heimatlichen Standorten eine monatelang anhaltende, dicke, isolierende Schneedecke gewohnt. Die fehlt bei uns häufig. Wintersonne, Kahlfröste und Nässe können den Alpinen daher schaden, besonders den Immergrünen. Eine Abdeckung aus groben Staudenschnitt, Nadelreisig oder Vlies schützt.

 

  • Kompost pflegen

Ja, sie leben noch! Die Würmer im Kompost macht in der Regel nicht einmal Frost etwas aus - sie ziehen sich ins Innere zurück, wo es warm genug bleibt. Die Voraussetzung dafür ist die Nachlieferung organischen Materials, damit bei der Zersetzung genug Wärme entsteht. Auch schalen von Mandarinen dürfen auf dem Kompost landen. Sind diese mit Spritzmittel behandelt, werden sie im Kompost abgebaut.

 

  • Ziersträucher  schneiden

Robuste Arten wie Deutzien, Weigelien, Pfeifensträucher (Philadelphus), oder Perlmuttstrauch (Kolkwitzie) können bereits jetzt ausgelichtet werden. Aber nur bei frostfreier und trockener Witterung. Nehmen Sie einen Teil der älteren Triebe vollständig heraus, so verjüngt sich der Strauch durch neue Basistriebe und gewinnt an mehr Blühkraft.

  • Sommerblühende Clematis schneiden

 Ab November bis spätestens Ende Februar werden alle im Sommer bzw. Herbst blühenden Waldreben kräftig zurück geschnitten. Es handelt sich um Hybriden sowie Wildarten und deren Sorten, die jährliche neue Langtriebe bilden, die jeweils mit einer Vielzahl Blüten enden. Ohne Rückschnitt würden diese Clematis von unten auskahlen. Der Schnitt erfolgt an einem frostfreien Tag. Alle Triebe werden auf 20-30cm über dem Boden gekappt. Bei Exemplaren die im Duett mit Kletterosen stehen, kann die Schere etwas höher angesetzt werden.

  • Obstbäume - ohne Schnitt:

Mit den richtigen Arten und Sorten können Sie sich den aufwändigen und nicht immer einfachen Pflegeschnitt sparen. 

Beispielsweise Walnuß, Haselnuss, Süßkirsche, und Marone tragen reichliche Früchte auch ohne Schnitt. Sie beanspruchen allerdings viel Platz. Auch Holunder, Kornelkirsche, Felsenbirnen, Mispel, Kirschpflaume, Eberesche und Ölweide benötigen keinen Schnitt, benötigen ebenfalls viel Platz.

  • Deutliche weniger Raum beanspruchen Japanische Quitte, niedrige Wildrosen, Wals-Heidelbeeren, Preiselbeeren und Cranberrys.

 

  • Obstbaumschnitt - So kommt Sonne in den Obstbaum

1. Im Dämmerlicht: Der Apfelhochstamm ist viel zu dicht gewachsen. Sonne kommt nur noch in die oberste Krone. Das Kroneninnere verkahlt, die unteren Bereiche- in denen man leicht pflücken kann- bringen nur noch schlecht ausgefärbte Früchte hervor. Der Baum wird höher und ist noch schwerer zu pflegen.

 

2.  Mut zur Tat: beim ausladenden Apfelbäumen werden hauptsächlich im oberen Bereich die Äste entfernt. Die Stammverlängerung wird belassen, aber auf tiefer stehende Äste übertragen. Die untere Partie bleibt fast ungeschnitten. Zu dicht wachsendes, sich kreuzendes oder zu steiles Holz wird auf flach stehende Äste abgeleitet. Die Krone hat nun eine flache Form.

3. Platz an der Sonne: Nun folgt der Auslichtungsschnitt der Krone, so dass das Licht bis in die Basis der Krone kommt. So wird die Erntezone des Baumes wieder in die untere, leicht zu pflückende Bereich verlagert. Der Austrieb im Folgejahr wird stark sein. Man hält den oberen Kronenbereich weiterhin offen, kürzt die Schosser ein oder schneidet si ganz weg. Im unteren Bereich kann der junge Zuwachs das tragende Fruchtholz ersetzen.

 

  • Biotope planen

Wie wäre es, jedes Jahr ein neues Biotop in Ihrem Garten zu planen?

Ein besonderer Lebensraum für bestimmte Pflanzen, Tiere und Kleinstlebewesen ist manchmal schneller angelegt, als man denkt - und er muss nicht riesig sein.

Eine Fläche unter Bäumen oder ein Baumstumpf lässt sich z.B. mit Moosen impfen und dient nicht nur Insekten, sondern auch Ingeln als Versteck. Ein kleiner Haufen Ziegelsteinschutt zieht Trockenpflanzen und Eidechsen an. Eine ausgediente Emailleschüssel füllt sich mit Regenwasser und lockt Vögel und Schmetterlinge an.

 

  • Schneelast/ Frost

Schnee liefert den besten Winterschutz! Kann jedoch in großen Mengen Gehölze aus der Form bringen oder zu Bruch führen. Viel Schnee und nasse Schneemassen möglichst abklopfen, auch von den Winterhauben der Stammrosen. Bauchbinden aus Kokosstrick halten geschnittene Kugeln und Säulenformen zusammen.

− Im Herbst gepflanzte Obstgehölze bei starkem Kahlfrost mit Jutegewebe oder Vlies vor dem Austrocknen schützen.

− bei strahlendem Sonnenschein und gefrorenen Boden droht Frosttrockenheit bei Immergrünen! Diese mit Vlies oder Reisigabdeckung schützen.

 

 

Quelle: >Der Garten im Januar< von Mirko Düringer

 

 

 
 
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